Ein emotionales Feuerwerk in Kombination mit einer mitreißenden Spielfreude von fast 60 Musikerinnen und Musikern lieferte der Musikzug des GSV Eintracht Baunatal bei seinem Jahreskonzert am vergangenen Samstag, dem 21. März 2026, in der ausverkauften Stadthalle Baunatal. Das Konzert stand ganz im Zeichen des Dirigenten und musikalischen Leiters, Peter Cloos, der den Großenritter Musikzug in diesem Jahr seit nunmehr 20 Jahren leitet.

Dieses besondere Konzert wollten sich über 700 Besucher nicht entgehen lassen – Besucherrekord für den GSV-Musikzug. Darunter auch Baunatals Bürgermeister Henry Richter und seine Amtsvorgängerin Manuela Strube, inzwischen Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium. Auch deren Kollege, Christoph Degen, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur war extra aus Wiesbaden angereist.
Und Peter Cloos und sein Orchester lieferten ab! Das 3-stündige Konzerterlebnis bot Höhepunkte aus 20 Jahren harmonischer Zusammenarbeit zwischen Peter und seinem Musikzug. Auch an musikalischen Überraschungen und neuen Stücken mangelte es nicht.
Von Tradition bis Moderne
Peter Cloos hatte ein Programm zusammengestellt, mit den Stücken, die ihm besonders ans Herz gewachsen waren. Den Start machte der präzise und schwungvoll vorgetragene Fliegermarsch. Und damit hob das Orchester ab zu einer wilden Reise, mit Cloos als Kapitän. Mit Filmmusik zum Katastrophenfilm World Trade Center zeigten alle Register ihre emotionale Seite, in einem ausgewogenen, gut intonierten, warmen Klang.
Mit dem Fehrbelliner Reitermarsch ließ der Musikzug die Zeit seiner 118-jährigen Geschichte wieder aufleben, in der es – in der Übergangszeit von der Spielleute-Musik zur Blasmusik – eine Fanfarengruppe im Musikzug gab. Für diesen Marsch mit Ohrwurmgarantie übten 5 Trompeter des Musikzugs das Fanfarenspiel ein und brillierten mit Präzision und Technik.
Das Moderatoren Team des Abends, Tessa Brede und Nils Heine, führte mit Humor, Charme und vielen spannenden Informationen professionell durch das Programm und kündigten mit der Filmmusik zu Robin Hood – König der Diebe eines der Lieblingsstücke von Peter Cloos an, nicht zuletzt wegen der glanzvollen Hörner, die dem Soundtrack den besonderen Klang verleihen. Cloos war bis zu seinem Ruhestand Solo-Hornist im Heeresmusikkorps Kassel und bildet zahlreiche Blechbläser des Musikzugs aus.
Das nächste Highlight folgte mit dem Tuba Tiger Rag“ einem Tuba-Solostück, bei dem der Musikzug den erst 12-jährige Tubisten Tuna Belen begleitete. Im Dixieland-Stil entlockte das Nachwuchstalent dem Bassinstrument seine ganze Bandbreite und sorgte beim Publikum für Erstaunen, Begeisterung und langanhaltenden Applaus.
Ein wahres Feuerwerk aus 10 Stücken in 10 Minuten bildete den Abschluss des ersten Konzertteils. Peter hatte mit viel Witz einen musikalischen Mix aus 20 Jahren mit seinem Musikzug eingeübt, der Marsch, Polka, Filmmusik, Partyhits und Stadion-Rock fließend ineinander übergehen ließ. Es gab dazu humorvolle Einlagen, mit Kostümen und Requisiten, die für einige Überraschungen und Lacher sorgten.
Die Vielseitigkeit und sympathische Lebendigkeit des Musikzugs waren auch nach der Pause weiter zu spüren, als zunächst der musikalische Nachwuchs auf der Bühne Platz nahm, auch dieser wird seit einigen Jahren von Cloos geleitet. Mit Musik aus dem Disneyfilm Bärenbrüder und aus dem Computerspiel Civilization IV beeindruckte auch der Nachwuchs mit ihrem Können – rhythmisch und harmonisch sehr einfühlsam und sauber vorgetragen.
Mit dem Bon Jovi Rock Mix rockte dann das große Orchester wieder richtig los und bewies, dass man E-Gitarren durchaus gut durch Bläser ersetzen kann. Ein Medley, dass alle im Saal mitriss und an dem der Musikzug in den letzten Jahren immer wieder gearbeitet und sich bis heute hörbar weiterentwickelt habe, so Moderator Nils Heine. Entsprechend souverän und mit einer scheinbaren Leichtigkeit konnte man auch bei diesem Stück fast vergessen, dass hier kein Berufsorchester auf der Bühne saß.
Weltpremiere und Gänsehaut-Finale
Mit Gonna Fly Now, der berühmten Musik aus den Rocky-Filmen, gab es eine echte Weltpremiere, denn dieses Arrangement für drei Schlagzeug-Solisten plus Orchester hatte Schlagzeug-Profi Rainer Hartl speziell für den Musikzug und seine Drummer geschrieben, die alle bei ihm in der Ausbildung sind oder waren. Finn-Moritz Cloos, Lukas Steins und Tobias Kettler groovten und trommelten in einem Drum Battle, was in Tempo, Professionalität und rhythmischen Rafinessen an die großen Schlagzeug-Duelle eines Phil Collins erinnerte.
Als dann beim Hit-Medley 80er (KULT)tour der Skandal im Sperrbezirk, Sternenhimmel und andere Hits der Neuen-Deutschen-Welle Zeit erklangen, war das Jubiläumskonzert schon fast zu einer gut gelaunten Jubiläumsfete geworden. Die Stimmung und gute Laune des Musikzugs hatte sich längst auf das begeisterte Publikum übertragen. Und Peter Cloos strahlte, nicht ganz ohne Stolz auf das, was seine Musikerinnen und Musiker an dem Abend ablieferten.
Als krönender Abschluss folgte ein weiteres Medley aus „Musikzug-Hits“, das die ganze Bandbreite des Orchesters schonungslos zusammenmixte. Polkas trafen auf die Olympia Hymne, der Marsch „Glück auf“ wurde von den „Ghostbusters“ verjagt und die berühmte Westernmusik von Ennio Morricone fand den überraschenden Wechsel zu Adeles Skyfall, aus dem gleichnamigen James Bond Film. 10 kurzweilige Minuten, die wieder mit Kostümen, kleinen Show-Einlagen und jeder Menge guter Laune und Gesangseinlagen zum Erlebnis wurden.
Weniger überraschend, dass das Publikum nicht ohne Zugaben gehen wollte. Dazu sang Abteilungsleiter Mirko Kersten, in bester Entertainer-Manier, zusammen mit allen Musikerinnen und Musiker Peter Cloos ein „Dankeschön“-Ständchen.
Eine goldene Ehrung und ein Gastspiel aus Frankreich
Als besondere Ehre wurde Peter Cloos die Dirigentennadel in Gold mit Urkunde für 20-jährige Tätigkeit als Dirigent durch die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BDMV) verliehen.
Da für Peter Cloos die Städtepartnerschaft mit Vire (Normandie) eine Herzensangelegenheit ist, insbesondere der musikalische Austausch und die gemeinsamen Auftritte mit dem Dudelsack-Ensemble Bagad KADL, haben es sich mit Cécile Allain und Laurent Dambrosio zwei Musiker aus Vire nicht nehmen lassen, mit Peter zu Ehren mit dem Musikzug zusammenspielen zu wollen – fast 2.000 Kilometern Autofahrt zum Trotz. Mit Highland Cathedral gab es daher noch einmal Gänsehautstimmung auf der Bühne, mit dem typisch bretonischen Dudelsack-Sound.
Im Gesangsduett mit Mirko Kersten bewies Peter Cloos dann nochmals seine Gesangsqualitäten bei der Egerländer-Polka Einmal nur, bevor der schwungvolle Military Escort Marsch traditionsgemäß den Schlusspunkt setzte und das bemerkenswerte Konzert unter stehenden Ovationen endete.
Das Finale des “Bon Jovi Rock Mix” live.
Konzertbericht in der HNA (25.03.2026):
Allerdings heißt Peters Frau Simone, nicht Silke. ;-)

















































